Die 5 Elemente im Yin Yoga – Wie TCM-Weisheit deine Praxis bereichert

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Yin Yoga orientiert sich an der Lehre der fünf Elemente aus der TCM. Jede Haltung spricht bestimmte Meridiane an – und lässt Qi wieder ins Fließen kommen.

Yin Yoga ist keine Praxis der Dehnung, sondern der Begegnung. Du hast die Möglichkeit Spannungen im Gewebe schmelzen zu lassen, statt sie zu ziehen. Die Haltung bleibt passiv, aber die Aufmerksamkeit aktiv – so öffnen sich tiefere Schichten des Körpers und der Wahrnehmung.

“Yin Yoga does not stretch the muscle fibers directly. It targets connective tissue through stillness and time.” – Paul Grilley

Also: kein Stretching, sondern ein Wirken auf das Bindegewebe (Faszien, Gelenkkapseln) durch Halten, Atmen, Loslassen.

In der TCM beschreibt Achim Eckert (Autor) den Fluss von Qi als etwas, das entsteht, wenn Anspannung sich löst.
Er sagt: „Qi fließt dort, wo Spannung sich löst – nicht, wo Druck entsteht.“ Damit meint er den mentalen und muskulären Druck, also das aktive Wollen, Greifen, Tun – alles, was den Energiefluss stört.

Im Yin Yoga nach Paul Grilley geht es dagegen um gezielten, passiven Druck auf bestimmte Körperregionen – etwa auf Gelenke, Faszien und Meridiane. Hier wirkt Druck nicht als Anstrengung, sondern als Kompression, die Gewebe stimuliert und Qi in Bewegung bringt.

„Yin Yoga targets the deeper connective tissues through gentle compression and long holds. When we release, energy begins to flow again.“
(Paul Grilley, Yin Yoga: Principles and Practice, 2012)

Beide Ansätze meinen also dasselbe – sie beschreiben den Moment, in dem Qi wieder in Bewegung kommt. In der Sprache der TCM heißt das: Spannung löst sich. In der Sprache des Yin Yoga heißt das: Druck und Zeit öffnen den Raum für Fluss.

Eine der Absichten im Yin Yoga ist, Qi im Körper in Bewegung zu bringen.

Ein zentraler Schlüssel hierfür sind die fünf Elemente – Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser – wie sie in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) beschrieben werden.
 Diese alte Lehre bietet eine wunderbare Brücke zwischen Körper­arbeit und energetischem Erleben.
 Wenn du in deiner Praxis das Element Metall oder Wasser spürst, bist du nicht allein – du bist Teil eines größeren Ordnungsprinzips.

Ursprung & Bedeutung der 5 Elemente

Die Lehre der fünf Elemente (Wu Xing) ist ein Grundpfeiler der TCM. Sie beschreibt, wie Qualitäten wie Wachstum (Holz), Präsenz (Feuer), Stabilität (Erde), Loslassen (Metall) und Tiefe (Wasser) in Natur und Mensch wirken. Der TCM-Pionier Achim Eckert beschreibt in seinem Werk: „Das heilende Tao – Die Lehre der Fünf Elemente“, dass hinter jedem Element eine energetische Dynamik steht – die in Körper, Psyche und Umwelt spürbar ist. Auch im Yin Yoga spricht Paul Grilley von dieser Verbindung: Er kombiniert die anatomische Ausrichtung von Asanas mit den Energiekonzepten der TCM – inklusive der Elemente. Quelle: Wikipedia

Formel der Praxis: Element → Meridiane → Pose

Im Yin Yoga werden bestimmte Asanas gezielt ausgewählt, um Meridiane anzusprechen – die feinen Leitbahnen der Energie.
 Beispielhafte Zuordnung:

  • Holz: Leber- und Gallenblase-Meridian → Beweglichkeit, Neubeginn
  • Feuer: Herz- und Dünndarm-Meridian → Präsenz, Ausdruck
  • Erde: Milz- und Magen-Meridian → Zentrierung, Stabilität
  • Metall: Lunge- und Dickdarm-Meridian → Loslassen, Klarheit
  • Wasser: Niere- und Blasen-Meridian → Tiefe, Rückzug

Wenn du eine Pose hältst und dabei bewusst das Element spürst – z. B. „Metall – ich lasse los“ – schlägt Yin Yoga die Brücke von Haltung zu energetischer Qualität.

Warum das Thema für deine Praxis relevant ist

Tiefe Verbindung: Die Elemente helfen dir, deine Praxis nicht nur körperlich, sondern auch energetisch auszurichten.

Quellen & weiterführende Literatur
• Achim Eckert – Das heilende Tao. Die Lehre der Fünf Elemente, 11. Aufl., Müller & Steinicke, München 2008. Wikipedia
• Paul Grilley – „Yin Yoga und TCM: Die energetische Verbindung der Elemente“ (Übersicht online). Wikipedia+1
• Wikipedia – Fünf-Elemente-Lehre.

Fotos: Canva Pro

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